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Unabhängiges Fact-Checking auf den Meta Plattformen - 5 Fragen, 5 Antworten

In diesem Blogartikel stellen wir Euch die Grundprinzipien, sowie die Herausforderungen des unabhängigen Fact-Checking auf den Meta Plattformen vor.

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Besonders seit den Amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2016 ist der Ausdruck “Fake News” in aller Munde. Aber wie genau kann man falsche Informationen eigentlich auswerten und differenzieren? Um Antworten zu finden, hat sich das Civical Campaigning Lab mit 5 wichtigen Fragen zum Thema “Unabhängiges Fact-Checking” auseinandergesetzt.  Im Kampf gegen die Verbreitung von Fehlinformationen auf seinen Plattformen kooperiert Meta vielerorts mit unabhängigen Faktenprüfer:innen. Diese erhalten eine Zertifizierung zum Überprüfen von Posts und Artikeln vom International Fact-Checking Network (IFCN). Insgesamt arbeitet Meta mit über 80 Organisationen, die über 60 Sprachen sprechen und Inhalte auf Facebook und Instagram, als auch auf WhatsApp überprüfen.

1. Was ist das IFCN und wie entscheidet es, wer ein unabhängiger Fact-Checker ist?

Das IFCN steht für Transparenz und  ein Netzwerk ehrlicher und zuverlässiger Informationen. Wie auch Civical, arbeitet es mit einer Werte Charta, dem “code of principles”. Der Code und die Initiative des IFCN stammen aus der Zeit des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs 2016, als Stimmen sich international dazu gehäuft haben, dass ein unabhängiges Fact Checking notwendig ist. Es besteht aus einem Netzwerk von Journalismus-Experten weltweit.

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2. Wie läuft der Fact-Checking Prozess auf Facebook ab?

In einem Blogartikel von Meta verspricht der Konzern “Nachrichtenanbietern, deren Inhalte einer Faktenprüfung unterzogen werden, volle Transparenz”. Facebook sucht aktiv den Kontakt zu Unterzeichner:innen des “code of principles” um ihnen Zugriff zum Meta-fact-checking-tool zu geben. Stoßen die Faktenprüfer:innen auf einen Inhalt, der gegebenenfalls Falschinformationen enthält, bekommt der Seitenadministrator, der für den Inhalt zuständig ist, ab Beginn der Prüfung eine Benachrichtigung. Facebook stuft den Inhalt der überprüft wird in vier Kategorien ein: “Falsch”, “Verfälscht”, “Teilweise Falsch” oder “Fehlender Kontext”. Als Grundlage für die faktisch richtigen Informationen basieren sich die Prüfer:innen auf die “originale Berichterstattung” (z.B. Hauptquellen, öffentliche Daten, Fotos und Videos). Je nach Schwere der Fehlinformation wird der Inhalt dann weniger verbreitet und/oder mit Warnhinweisen und zusätzlichen Informationen versehen. Der Fokus bei der Überprüfung von Inhalten, die möglicherweise faktisch inkorrekt sind, liegt besonders auf “viralen”, also reichweitenstarken Inhalten. Nach der Einstufung in eine der vier Kategorien des kritischen Inhalts können die Veröffentlicher:innen innerhalb von sieben Tagen Einspruch einlegen oder in Kooperation mit den Faktenprüfer:innen eine Korrektur vornehmen.

3. Welche Rolle spielen künstliche Intelligenz (KI) und Software beim identifizieren von Falschinformationen?

Aufgrund des hohen Informationsflusses in den sozialen Medien gibt es ein großes Interesse daran, zumindest Teile des Fact-Checkings zu automatisieren. Meta erklärt diesbezüglich, dass es bei akut brisanten Themen, wie zum Beispiel zu Covid-19 auf “Keyword-Erkennung” setzt, “um verwandte Inhalte an einem Ort zu sammeln, wo sie von Faktenprüfern leicht gefunden werden können”. KI soll an dieser Stelle also nicht die menschliche Fähigkeit, Inhalte kritisch zu beleuchten, ersetzen, sondern “skalieren”. Meta verdeutlicht diesbezüglich, dass durch die Hilfe von KI proaktiv agiert werden kann, beispielsweise durch das Identifizieren von Inhalten mit gleichen oder sehr ähnlichen Texten oder Bildern.  So kann die von Meta entwickelte Software verschiedene Inhalte, die zwar nicht den gleichen Wortlaut, aber den gleichen Sinn beinhalten, automatisch zusammenführen. Hierbei existiert allerdings immer das Risiko, dass trotz sehr ähnlichen Wordings die Intention hinter dem Post eine völlig unterschiedliche ist.

4. Welche Schwachpunkte oder Herausforderungen gibt es?

Bislang engagieren sich laut Aussage des IFCN nur 6 Länder im Kampf gegen Fehlinformation und stellen geprüfte Informationen in den Vordergrund. 
In einer Zeit, welche so polarisiert ist wie die unsere, schreiben sich viele politische Gruppierungen den Term “fact-checking” und “Transparenz” zu. Dies führt bei den Wähler:innen häufig zu noch größerer Unsicherheit welche Quellen nun verlässlich sind, und welche nicht. 
Auch nachdem ein Inhalt von den Faktenprüfer:innen als Falsch eingestuft wurde, wird dieser nicht gelöscht, sondern nur in seiner Verbreitung reduziert und mit Warnhinweisen versehen. Ist die Warnmeldung bezüglich eines Inhalts weniger gravierend (z.B. “Kontext fehlt”), erleidet er gar keine Einschränkungen und wird nur durch kontextualisierende Inhalte ergänzt. Auch das Teilen von als falsch erwiesenen Inhalten ist nicht verboten, sondern wird nur von einer informativen Pop-up-Meldung beim Teilen begleitet. 
Des Weiteren sind Faktenprüfer:innen sind sich nicht immer untereinander einig. Dies ist eine Herausforderung, die Facebook durch eine Milderung der Umstände für als falsch geflaggte Informationen löst. Das soll heißen, dass wenn ein:e Expert:in  einen Inhalt als “Falsch”, und ein:e andere:r den selben Inhalt als “Teilweise falsch” eingestuft, wird der Inhalt bloß als “Teilweise falsch” behandelt und angezeigt.

5. Wie könnte die Zukunft des Fact-Checking aussehen?

Besonders im Bereich der Auswertung von Posts mit falschen Informationen mithilfe künstlicher Intelligenz erkennt Meta an, dass neue Technologien noch entwickelt werden müssen um “fast-Duplikate”, also ähnliche Posts mit derselben falschen Aussage zu identifizieren. Der Fokus liegt hierbei besonders auf Bildern, die Texte mit falschen Informationen enthalten, aber unterschiedlich zugeschnitten sind oder unterschiedliche Bildeffekte vorweisen. Für die Zukunft des unabhängigen fact-checkings, haben sich die Experten des IFCN zum Ziel gesetzt, global anwendbare Richtlinien des unabhängigen Fact-Checkings zu etablieren.

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